Sepp Blatter: Wir haben Brasilien die WM nicht aufgezwungen

By | June 19, 2013
FIFA-Präsident Sepp Blatter

FIFA

Die Proteste im WM-Gastgeberland Brasilien halten weiter an, auch gestern Nacht sind zehntausende Menschen in São Paulo auf die Straßen gegangen um gegen die sozialen Missstände im Land zu demonstrieren. Nun äußerte sich FIFA-Chef Sepp Blatter in einem Interview zu den Vorkommnissen in Brasilien.

Zehntausende Menschen haben erneut in Brasiliens Städten gegen die Misswirtschaft und die Kosten für Sport-Großereignisse protestiert. FIFA-Präsident Sepp Blatter hat sich nun auch erstmals öffentlich zu den Geschehnissen geäußert und weißt jegliche Schuld vom Fußball-Weltverband. Im Interview mit dem brasilianischen TV-Sender Globo sagte er:

Brasilien hat sich um diese WM beworben. Wir haben die WM nicht Brasilien aufgezwungen

Der 77-jährige Schweizer versteht vor allem die inhaltliche Kritik nicht, insbesondere an den Kosten. Laut Blatter werden zur WM auch Infrastrukturprojekte wie Busbahnhöfe, Hotels und Flughäfen gebaut, die auch nach dem Turnier im kommenden Jahr genutzt werden können.

Das sind Objekte des Vermächtnisses für die Zukunft

Blatter führte aus, dass er Verständnis für die Menschen hätte, aber man solle nicht den Fußball nutzen um Forderungen zu verkünden. FIFA-Sprecher Pekka Odriozola hatte bereits unmittelbar nach den Protesten von Montag darauf hingewiesen, dass der Fußball-Weltverband nur für die Sicherheit innerhalb der Stadien verantwortlich sei. Blatter argumentiert in die gleiche Richtung:

Das Einzige, was ich sagen kann: der gute Fußball und die hervorragenden Stadien, die wir anbieten, sind dazu da, zu unterhalten und Emotionen zu geben

Brasiliens Nationalspieler solidarisieren sich mit den Demonstranten

Anders als die FIFA möchten Brasiliens Fußballer die aktuelle Geschehnisse nicht unter den Tisch kehren. Im Gegenteil viele Spieler beziehen Stellung und äußern sich zu der aktuellen Situation, so auch der Stürmer Hulk:

Viele denken, dass Fußballer nur an Fußball denken. Aber wir wissen, was gerade passiert. Wir wissen, dass sie Recht haben mit ihren Protesten und dass in unserem Land viele Dinge verbessert werden können

Auch David Luiz vom FC Chelsea äußerte sich zu den Demonstrationen:

Die Brasilianer sind Patrioten und lieben ihr Land. Sie haben das Recht, es auszudrücken, wenn sie nicht glücklich sind

Brasiliens Nationaltrauner Luiz Felipe Scolari hat bereits angekündigt, seinen Spielern nicht zu verbieten, sich zu den Protesten zu äußern. Diese hätten alle Freiheiten.

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