Belo Horizonte

Belo Horizonte

Helio Dias / flickr

Zahlen, Daten, Fakten

Einwohner: 3,1 Millionen
Bundesstaat: Minas Gerais
Touristische Highlights: Der Praça da Liberdade, der Stadtteil Pampulha sowie die architektonische Arbeit Oskar Niemeyers
Fußball in Belo Horizone: Traditionsreicher geht es kaum in Brasilien: Belo Horizonte beherbergt die Clubs Cruzeiro Belo Horizonte und Atlético Mineiro. In der zweiten Liga spielt zudem der América Futebol Club.

Die Stadt

Belo Horizonte bedeutet „schöne Aussicht“. Der Name der Hauptstadt Minas Gerais‘ bezieht sich auf die schöne Aussicht auf die umliegenden Berge. Aber gerade auf diesen erhält man eine interessante Sicht auf die Stadt: Ähnlich wie die Mannheimer Innenstadt erstreckt sich das Zentrum Belo Horizontes über unzählige, quadratisch angelegte Straßenzüge und Plätze, die die Stadt schachbrettartig aufteilen. Somit ist das Stadtbild das erste architektonische Ergebnis des auf der brasilianischen Flagge ausgerufen Mottos ordem e progresso (Ordnung und Fortschritt).

Im Zuge der Republikgründung Brasiliens wurde Belo Horizonte (ähnlich wie in den Fünfzigern die Hauptstadt Brasilia) auf dem Reißbrett entworfen und löste 1897 Ouro Prêto als Hauptstadt des Bundesstaates ab. Etwa 130 km nördlich von Rio de Janeiro gelegen, entwickelte sich die Stadt zum kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zentrum Minas Gerais‘. In den 40er, 50er Jahren prägte der junge, heute weltbekannte Architekt Oscar Niemeyer das Stadtbild durch unzählige Bauten, Parkanlagen und künstlich geschaffenen Seen.

Touristische Highlights

Auch wenn BH nicht die Heerscharen von Touristen begrüßen darf, wie seine an der Küste gelegenen Nachbarn, besitzt es dennoch einige interessante Sehenswürdigkeiten. Im Zentrum etwa befindet sich der palmenumsäumte Praça da Liberdade (Platz der Freiheit), der Verwaltungssitz des Bundesstaates (“Palácio de Liberdade”), zahlreiche Ministerien, das Regierungsviertel (“Funcionarios”), die Stadtbücherei (“Bibliotéca Pública”) sowie weitere Gebäude beherbergt.

Touristisches Zentrum ist allerdings der 10 km nördlich vom Zentrum gelegene Stadtteil Pampulha. Zahlreiche Bauten Oscar Niemeyers, sowie Museen, Kulturzentren, riesige Parkanlagen und Seen kennzeichnen den Stadtteil. Sofort ins Auge sticht die von Niemeyer entworfene Kirche Igreja São Francisco de Assis, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt ein Gotteshaus vermuten lässt. Neben einem Zoo und einem botanischen Garten befindet sich in Pampulha aber noch ein anderes, und wie wir finden, das mit Abstand bedeutsamste Bauwerk der Stadt: Das berühmte Estádio Governador Magalhães Pinto, oder kürzer, das Estádio Mineirão! Das Stadion kann an spielfreien Tagen besichtigt werden, kein Fußballfan sollte sich das entgehen lassen!

Etwa eine Autostunde entfernt von BH befindet sich zudem das Kolonialstädtchen Ouro Prêto, ehemals Hauptstadt Minas Gerais‘ und inzwischen ein postkartenidyllisches Örtchen, das zu den am häufigsten besuchten Touristenattraktionen Brasiliens zählt. Die 60.000 Einwohner zählende Stadt besticht durch zahlreiche enge Gässchen und Straßen aus Kopfsteinpflaster, die sich teilweise äußerst steil durch den hügeligen Ort ziehen.

Der Copa Libertadores-Sieger kommt aus Belo Horizonte

Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte Atlético Mineiros gelang im Mineirão, als die Fans ein spannendes Endspiel der Extraklasse am 25. Juli 2013 sahen. Atlético hatte sich bis ins Endspiel der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League, vorgekämpft, und traf dort auf den paraguayischen Vertreter Olimpia Asuncion. Endete das Hinspiel noch mit 2:0 für Asuncion, drehten die Brasilianer, bei denen der lange Jahre in Europa spielende Ronaldinho antrat, die Begegnung im Mineirão. Dabei gelang Atlético erst in der 87. Minute durch Leonard Silva das 2:0, das schließlich die Verlängerung brachte. Vor einer Kulisse von 58.000 Zuschauern versagten im Elfmeterschießen bei 2 Spielern von Asuncion die Nerven. Als Matias Gimenez seinen Elfmeter schließlich verschoss, gab es bei Atlético kein Halten mehr. Mit dem Titelgewinn bei der Copa Libertadores feiert Atlético Mineiro seinen größten Vereinserfolg. Vielleicht trifft man ja bei der FIFA Club-WM auf Bayern München, möglich ist das nach diesem Triumph nun.

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